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Ferdinand; a Cat’s tale

Hier möchte ich die eine oder andere meiner Erzählungen veröffentlichenHier möchte ich die eine oder andere meiner Erzählungen veröffentlichenWie hätte er ahnen sollen, dass es dieses mal schief gehen könnte? Natürlich wusste er es wieder besser als seine Mutter und die anderen Katzen, die mit ihm, seiner Mutter und Geschwistern in der Scheune wohnten. Bisher waren alle seine Ungezogenheiten glimpflich ausgegangen und auch sein Ungehorsam zog niemals ernsthaftere Konsequenzen nach sich, als dass ihn seine Mutter im Nacken packte und kräftig schüttelte.
Bisher. Aber nun saß er hier mitten auf dem Schulhof, hatte keine Ahnung, wie er nach Hause finden sollte und maunzte kläglich vor sich hin. Die Dunkelheit senkte sich über das Dorf und sein Magen knurrte wie ein hungriger Wolf. Er war über das ungewohnte Geräusch richtig erschrocken, denn ein derartiges Hungergefühl war ihm fremd. Er war es gewohnt, dass die Futternäpfe sich zweimal täglich füllten. Von wem auch immer, darüber hatte er sich ernsthaft noch keine Gedanken gemacht. Seine Mutter und die anderen erwachsenen Katzen nannten sie „Essenbringer“ und sie wurden für ihn zu einer Selbstverständlichkeit in seinem jungen Katerleben.

Heute Morgen jedenfalls hatte ihn die Langeweile wieder einmal gepackt. Seine Brüder hatten keine Lust auf seine wilden Spiele, denn mit seinen spitzen Zähnen tat er ihnen manchmal gar zu weh für ihren Geschmack und so hatten sie sich in die vielerlei Verstecke, die ihnen diese Scheune bot, verkrochen.
Er gähnte ausgiebig, leckte sich ein bisschen hier und dort, was seine Mutter nicht gerade als gründliche Morgentoilette bezeichnet hätte, und schüttelte die Pfoten. Als die Mutter gerade mit einer rothaarigen Katze über irgendwelche Banalitäten stritt, schlich er sich zur Katzenklappe der Scheunentür und stahl sich unbemerkt hinaus.
Im blendenden Sonnenlicht verharrte er, kniff die Augen zusammen und schlug unschlüssig mit dem Schwanz hin und her. Die Luft war mild und roch aufregend. Abenteuerlust ließ sein kleines Herz schneller schlagen und er setzte eine Pfote vor die andere, folgte diesem Geruch und jenem Geräusch, haschte nach einem lustig schaukelnden Zitronenfalter und schnüffelte in Ecken herum. Sah er andere Katzen, duckte er sich flink unter Sträucher oder Hecken. Sie hätten ihn nämlich nach Hause geschickt , wie bisher immer, wenn er ausgebüxt war. Sie meinten es natürlich nur gut , denn die Gefahren durch Hunde, Autos und Menschen für ein sechs Wochen altes Katzentier waren nicht zu unterschätzen. Er sah in ihnen aber Spielverderber, und er hasste Bevormundung jeglicher Art.
So entfernte er sich immer weiter von seinem Zuhause, legte zwischendurch einmal ein Mittagschläfchen ein auf einer warmen sonnenbeschienenen Mauer und schlabberte genüsslich etwas Wasser aus dem kleinen Bach, der durch das Dorf floss, als er unvermittelt den ohrenbetäubenden Lärm hörte. Unversehens war er in der Nähe mehrerer Schulgebäude gelandet, wo der Unterricht gerade zu Ende ging und die Kinder herausströmten. Unerträglich laute Motorengeräusche und der Gestank von Omnibussen und Autos, Fahrradklingeln, Kindern zu Fuß, lachend und schreiend, mit einem Wort: furchterregend! Er drückte sich im Bachbett flach ans Ufer in die hohen Gräser knapp über der Wasseroberfläche und wartete zitternd. Auf was, konnte er nicht sagen, er war völlig verängstigt und wie gelähmt. Vorbei war das Hochgefühl und der Triumph, den er wegen seiner vermeintlichen „Selbständigkeit“ verspürt hatte, er wollte nur noch heim und sich in das weiche gut riechende Fell seiner Mutter kuscheln.

Endlich, wie ihm schien nach Ewigkeiten, verebbte der Lärm allmählich und er hob vorsichtig den Kopf über die Uferböschung. Die Gefahr schien vorüber und er kroch aus seinem Versteck, rutschte noch ein-, zweimal auf dem schmierigen Untergrund aus und wollte nichts anderes, als den Heimweg antreten.
Er blickte sich um und wie sehr er auch mit der Windrichtung und gegen die Windrichtung schnupperte, es roch kein bisschen vertraut und er hatte keine Ahnung, wohin er gehen sollte, um nachhause zu kommen. Er hatte sich hoffnungslos verlaufen.
Panik überkam ihn und er irrte ziellos in den Schulhöfen umher, was ihn natürlich nicht weiterbrachte. Und so saß er nun müde, hungrig und einsam auf dem riesigen Gelände, und die Dunkelheit machte ihm noch mehr Angst. Leise vor sich hin maunzend lief er zu einem der Gebäude, vielleicht konnte er sich dort verstecken und etwas schlafen. Die Mauern verströmten noch etwas von der Wärme, die sie aus dem sonnigen Frühlingstag aufgespeichert hatten und er ließ sich an einer windgeschützten Stelle fallen.
Da trug die feuchte Nachtluft einen feinen Duft nach Essen zu ihm hin und jede Vorsicht außer Acht lassend folgte er ihm, denn der Hunger war fast unerträglich geworden und ihn schwindelte. So fand er zu den Abfallbehältern der Schule, in die die Kinder ihre Frühstücksbrote bzw. deren Reste hineingeworfen hatten. Allerdings hatten sich schon ein paar Ratten darüber hergemacht, doch der Hunger raubte ihm fast den Verstand und er stürzte sich auf die Essensreste, worauf die Ratten quiekend davonstoben. Er fraß gierig, was er zwischen Müll, Dosen und Verpackung fand: Brot, Brötchen, Salami, Käse, und schlang alles fast ohne zu kauen in sich hinein.
Als er einigermaßen gesättigt und trotz intensiver Suche auch nichts Essbares mehr zu finden war – die Ratten waren nach und nach ebenfalls zurückgekehrt – spürte er eine bleierne Müdigkeit und ihm wurde bewusst, dass er dringend ein warmes Plätzchen finden musste, wo er die Nacht verbringen konnte. Nun, da er nicht mehr so schrecklich hungrig war, war er auch wieder mutiger und lief zurück zu den Gebäuden.
Das Schicksal meinte es gut mit ihm und er fand ein Kellerfenster, das nur durch ein Gitter verschlossen war, so dass die Abluft aus dem dahinter liegenden Heizungskeller ungehindert ausströmen konnte. Hier legte er sich auf die steinerne Fensterbank und hatte es warm und erträglich, wenn er sich ganz an das Gitter schmiegte. Erschöpft wie er war, schlief er gleich ein und erwachte erst morgens mit den ersten Sonnenstrahlen. Sofort fiel ihm ein, dass er nicht zuhause war. Er vermisste schmerzlich seine Mutter und Geschwister und nahm sich vor, heute wieder intensiv nach dem Weg zu der Scheune und seiner Familie zu suchen.

Natürlich war er auch wieder hungrig und so inspizierte er zuerst einmal, wenn auch vergeblich, die Abfallbehälter und lief dann schnüffelnd auf dem Schulgelände herum, ob er nicht doch einen vertrauten Geruch oder zumindest etwas zum Essen fände, als wieder dieser Lärm begann. Er war nicht so ohrenbetäubend wie am vergangenen Nachmittag, aber doch laut genug, um ihn wie einen Blitz hinter die Müllbehälter sausen zu lassen. Nach einer Weile wurde es wieder still und er schlich sich vorsichtig heraus, immer noch auf der Suche, weil immer noch hungrig. Resignierend kuschelte er sich auf sein warmes Schlafplätzchen, als ein schriller Klingelton, gefolgt von vielstimmigem Kindergeschrei ihn aufschreckte. In Panik versuchte er, wieder hinter die Müllbehälter zu rennen, aber einige Kinder hatten ihn schon entdeckt und jagten ihm mit lauten Rufen „Eine Katze! Eine Katze!“ hinterher. Sie schnitten ihm den Weg ab und einer der Jungen fing ihn ein. Er sträubte sich, fauchte, versuchte mit Vorder- und Hinterbeinen zu kratzen, aber wie in einer Schraubzwinge saß er fest in den Armen des etwa 10 Jahre alten Jungen. Zum Glück hatte der die richtige Eingebung, als er einen Mitschüler aufforderte, dem Katerchen etwas von seinem Frühstücksbrot hinzureichen. Diesem wurde es fast schwindlig von dem guten Geruch und die Gier ließ ihn die Furcht vergessen, so dass er sich willig füttern, berühren und ein bisschen streicheln ließ. Er hatte mit Menschen – genau besehen – bisher nur positive Erfahrungen gemacht, als die Essenbringer eben und dass er sich vor diesen kleinen Menschen verstecken wollte, lag einfach an dem fürchterlichen Geschrei, mit dem sie in den Schulhof und in die Freiheit rannten.
Die ganze Pause über wurde er gefüttert, gestreichelt und an seinem Bäuchlein gekrault und als die Kinder wieder zum Unterricht mussten, legte er sich vor „sein“ Kellerfenster und schlief gesättigt und zufrieden in der warmen Sonne, die inzwischen auch diesen Teil des Hauses erreicht hatte.
Den ohrenbetäubenden Krach am späten Nachmittag überstand er wieder hinter den Müllbehältern und streunte, nachdem Ruhe eingekehrt war, ein bisschen in der Gegend herum, immer auf der Suche nach einem vertrauten Geruch, der ihm vielleicht den Weg nach Hause zeigen konnte. Doch vergeblich, es roch nach Kindern, Hunden, Autos, Gras und Erde und allerlei fremden Dingen. So hielt er sich immer in der Nähe der Schulgebäude und erkundete und erschnüffelte ausgiebig dieses Terrain. Abends besuchte er wieder die Müllbehälter, aß, was er fand, ehe ihm die Ratten zuvor kamen und schlief wieder auf seiner Fensterbank vor dem Heizungskeller. Heute war er nicht so völlig erschöpft, und er lauschte auf die Geräusche der Nacht und beobachtete eine Weile die Fledermäuse, die pfeilschnell hin- und herschwirrten. Es waren ungewohnte und aufregende Erlebnisse, da er ja früher nachts sicher und behütet in einer Scheune geschlafen hatte, und er fühlte in seinem kleinen Herzen eine Mischung aus Ängstlichkeit, Mut und Stolz auf seinen Mut, aber auch Sehnsucht nach seiner Mutter und den Geschwistern.

So verging ein Tag nach dem anderen, und der allmorgendliche Lärm der Kinder erschreckte ihn allmählich immer weniger und er wusste nun genau, wann es die leckeren Pausenbrote gab. Die übrige Zeit vertrieb er sich meistens mit Schlafen und Herumschlendern nach Katzenart. Es gab immer etwas Unbekanntes und Aufregendes zu erschnüffeln und die Erinnerung an sein eigentliches Zuhause verblasste langsam etwas, obwohl er schmerzlich seine Familie und die Gesellschaft von anderen Katzen vermisste.
Das Wetter blieb schön und die Sonne schien jeden Tag ein bisschen wärmer, so dass es im Freien gut auszuhalten war. Er lernte, dass es Zeiten gab, an denen es sehr ruhig blieb und deshalb keine Nahrung zu erwarten war und er sich auf Mäusejagd machte, was er ja eigentlich ganz lustig fand. Schlimmer war, dass er sie auch essen musste, obwohl er das verabscheute, doch der Hunger tat weh und so wartete er sehnsüchtig auf den inzwischen vertrauten und verheißungsvollen Lärm der Kinder. Er bedeutete für ihn Essen, wilde Spiele und Streicheleinheiten, denn die Kinder liebten ihn und er hatte ebenfalls seine Favoriten unter ihnen. In diesen Zeiten vergaß er den Kummer über seine Einsamkeit und überließ sich ganz den angenehmen Gefühlen.

Dann blieb es ruhig und ruhig und ruhig, unendlich ruhig. Tag für Tag. Die Sommerferien hatten begonnen und die Kinder kamen nicht mehr. Wie hätte das Katerchen ahnen sollen, dass die Kinder für sechs Wochen nicht mehr zur Schule mussten. Er suchte und schnüffelte, fing sich ab und zu eine Maus, wenn ihn der Hunger gar zu sehr plagte und magerte immer mehr ab, da er ja das nahrhafte Pausen-Essen gewohnt war. In den lauen Sommernächten lauschte er auf die vielerlei Stimmen und Geräusche und sehnte sich sehr nach Gesellschaft. Aber keine andere Katze verirrte sich in seinen Schulhof, der ja inzwischen sein Zuhause geworden war und den zu verlassen er nicht den Mut hatte. Hier hatte er Gutes erfahren.
Er fing an, sich zu langweilen und kletterte waghalsig an den Schulgebäuden und den Bäumen im Schulhof hinauf. Er sprang in den Ästen umher, ohne zu prüfen, ob sie ihn aushielten oder nicht. Und so kam, was kommen musste: einer der Äste brach und er stürzte unversehens und überraschend zu Boden. Er schrie auf, als ein heißer Schmerz sein rechtes Hinterbein durchfuhr. Benommen blieb er eine Weile sitzen bis der Schmerz erträglich wurde. Vorsichtig versuchte er aufzustehen, schrie aber sofort wieder auf, denn er konnte das Bein nicht mehr belasten und darauf stehen, geschweige damit laufen. Er kauerte sich zusammen und maunzte eine Weile jämmerlich vor sich hin, bis es ihm bewusst wurde, dass er nicht hier mitten auf dem Schulhof – jedem möglichen Feind schutzlos ausgeliefert – bleiben konnte. Und so begann er, sich mühsam und schmerzvoll in Richtung seines Kellerfensters zu schleppen.

Sein Schutzengel hatte wohl nur eine Weile weggeschaut, als er vom Baum gefallen war, aber er hatte ihn nicht ganz verlassen. Und im nachhinein stellte sich der Unfall dann als Glücksfall dar, denn ab jetzt nahm das Leben des kleinen Katers eine neue Wendung.
Der Hausmeister der Schule hatte sich ausgerechnet an diesem Morgen entschieden, das eine oder andere in den Gebäuden zu richten und nachzusehen, ob alle Türen ordentlich verschlossen waren. Er lief über den Schulhof und ließ seinen prüfenden Blick umherschweifen. Da fiel ihm natürlich sofort der kleine Unglücksrabe auf und er merkte auch gleich, dass dieser verletzt war. Ruhig und besänftigend auf es einredend, näherte sich der Mann dem kleinen Tier, das verängstigt sitzen blieb und zu schnurren anfing, um den „Feind“ von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen.
Der gute Mann kannte diese Katzentaktik allerdings nicht und glaubte, dass die kleine „Katze“ ihn wohl sofort ins Herz geschlossen hatte und war ganz gerührt darüber.
Er nahm den kleinen Kater vorsichtig auf, setzte ihn in einen Karton und fuhr mit ihm zum Tierarzt. Das arme Tier ließ inzwischen alles über sich ergehen, es war wegen des Mangels an Nahrung ohnehin geschwächt und fühlte sich durch den Schmerz und die ungewohnte Fahrt mit dem Auto mehr tot als lebendig. Auch der strenge Geruch nach Hunden und anderen Tieren erzeugte nur noch schwache Panikreflexe bei ihm und willenlos ließ er sich vom Tierarzt auf den Untersuchungstisch legen und abtasten. Er zuckte auch kaum zusammen, als dieser ihm eine Spritze gegen die Schmerzen gab und hielt ergeben still, bis sein Beinchen einen Gipsverband erhalten hatte. Die Helferin des Tierarztes nahm ihn auf den Arm, kraulte und streichelte ihn, während sie auf das Festwerden des Gipses warteten.
Dann zeigte sie ihm einen mit Katzenfutter und einen mit Wasser gefüllten Napf und er vergaß augenblicklich die Unbill, die ihm dieser Tag gebracht hatte, und stürzte sich auf das ihm von seinem früheren Zuhause bekannte Essen. O, es schmeckte köstlich und auch die Schmerzen waren vergangen!
Nachdem auch das letzte Krümelchen verputzt war, setzte ihn die Helferin in einen weich ausgepolsterten Korb, in dem er nach all den Aufregungen in einen tiefen und erholsamen Schlaf verfiel. Als er wieder erwachte, war es dunkel geworden und er horchte in die nächtliche Stille, die jedoch nur durch das regelmäßige Ticken einer Wanduhr und das leise Surren eines Kühlschrankes unterbrochen wurde. Keine Geräusche also, die er jemals gehört hatte. Da er sie nicht einordnen konnte, wie gefährlich sie für ihn sein mochten, verharrte er eine ganze Weile lauschend. Aber als sich nichts veränderte, wurde er mutiger und fing an, die Praxisräume zu erkunden, wo es in allen Ecken und Winkeln sehr befremdlich roch. Natürlich störte ihn der Gips an seinem Bein und hauptsächlich das Tack-Tack-Tack, das er beim Laufen verursachte. In einem Raum stand ein Kasten mit Körnchen, in denen man graben konnte und in die er seine Notdurft verrichtete, und er fand auch wieder den Wassernapf. Den Rest der Nacht verbrachte er friedlich schlafend, denn er fühlte sich sicher trotz der vielen fremden Gerüche.
Dem Tierarzt gefiel das hübsche kleine Katerchen, dessen Fell weiß-grau gestromt und gefleckt war und sich seidenweich anfühlte. Aber natürlich konnte es nicht in der Praxis bleiben und so bot er es den Leuten, die ihn mit ihren Tieren im Laufe des Tages aufsuchten, als weiteren Hausgenossen an.

Und das Katerchen hatte Glück. Eine Familie war an diesem Tag mit ihrer Katze in die Praxis gekommen, um die notwendigen Impfungen und Tätowierungen vorzunehmen. Die kleine Katze war ebenfalls ein Katzen-Findelkind und hätte eine Schwester von ihm sein können, denn ihr Fell war so gemustert wie das seine. Die Leute verliebten sich auf Anhieb in ihn und sein Gipsbein und nannten ihn spontan „Ferdinand“.

So fand Ferdinand eine neue Heimat in einem kleinen Haus mit einigen Zimmern, die es zu erkunden galt, und Treppen, die er Tack-Tack-Tack hinauf- und hinunterlief.
Der jüngste Sohn, gleichen Alters wie die Kinder, die sich auf dem Schulhof seiner angenommen hatten, „adoptierte“ ihn sofort und teilte jeden Abend, an dem Ferdinand geruhte daheim zu sein, sein Bett mit ihm. Die beiden verband eine sehr große Liebe.
Ferdinand fühlte sich schnell rundum wohl in seiner neuen Umgebung, er hatte alles, was ein Katerchen sich nur wünschen konnte: Liebe, Essen, Gesellschaft.
Zumindest menschliche Gesellschaft, denn Katze Wilhelmine (der Einfachheit halber „Mini“ genannt), die auch – und schon vor ihm – hier wohnte, war eifersüchtig und wischte ihm jedes Mal, wenn er an ihr vorbeikam, mit der Pfote eins über. Aber das störte ihn bald nicht mehr sonderlich, er wuchs im Laufe der Monate zu einem stattlichen großen Kater heran, und sie war gegen ihn nur eine „halbe Portion“, die er mit Nichtbeachtung strafte. Als sein Bein geheilt war, dehnte er seine Streifzüge auf den großen Garten und das angrenzende Wiesen- und Waldgelände aus und nach erbitterten Schlägereien mit Nachbars Kater im Herbst, aus denen er letztlich als Sieger hervorging, war aus dem heimatlosen Findling der Katzen-Chef im Revier geworden.
Zeit seines Lebens blieb er jedoch Kindern besonders zugetan, er vergaß nie, dass sie gut zu ihm waren, als er einsam und verlassen im Schulhof lebte.

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